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Der Planet Uranus

Der Planet Uranus

Das Sonnensystem - Planet Uranus
(Quelle: NASA)


Uranus - Allgemeine Daten

Orbit: 2.870.990.000 km (19,218 AU)
Durchmesser: 51.118 km
Masse: 8,683e25 kg
Äquator-Radius: 25.559 km
Pol-Radius: 24.973 km
Mittlere Dichte: 1,270 kg/m3
Gravitation: 8,87 m/s2
Fluchtgeschwindigkeit: 21,3 km/s
Albedo: 0,300
Entfernung zur Erde: 2581,9 - 3157,3 Mio. km


Uranus - Atmosphäre

Oberflächendruck: > 1000 Bar
Durchschnittstemperatur (bei 1 Bar):  76 K (-197 C)
Zusammensetzung:

Molekularer Wasserstoff (H2) - 82,5%, Helium (He) - 15,2%, Methan (CH4) - 2.3%

in Spuren (ppm): Deuterium (HD) - 148


Uranus - Orbital-Daten

Monde: 27 - Miranda, Ariel, Umbriel, Titania, Oberon und viele weitere (siehe unten)
Ringsystem: Ja


Uranus - Entdeckung

Entdecker: William Herschel
Entdeckungsdatum: 13 March 1781

Uranus ist der siebte Planet von der Sonne aus und der drittgrößte (nach Durchmesser). Uranus ist größer im Durchmesser, aber kleiner in der Masse als Neptun.

Uranus ist die altgriechische Gottheit der Himmel, der früheste Götterfürst. Uranus war Sohn und Geliebter von Gaia, Vater von Chronos (Saturn), der Zyklopen und der Titanen (letztere sind Vorfahren der Olympischen Götter).

Uranus, der erste Planet, der erst zu modernen Zeiten bekannt wurde, wurde am 13. März 1781 von William Herschel entdeckt, während dieser den Himmel systematisch mit seinem Teleskop absuchte. Uranus wurde tatsächlich viele Male gesehen, wurde aber als Stern abgetan (die früheste aufgezeichnete Sichtung fand 1690 statt, als John Flamsteed ihn als 34 Tauri katalogisierte). Herschel nannte ihn den „Georgium Sidus“ (den Georgischen Planeten) in Gedenken seines Patrons, des (für Amerikaner) schändlichen Königs George III von England; andere nannten ihn „Herschel“. Der Name „Uranus“ wurde zuerst von Bode in Übereinstimmung mit den anderen planetarischen Namen aus der klassischen Mythologie verwendet, wurde aber bis 1850 nicht allgemein gebräuchlich.

Uranus wurde von nur einem Raumfahrzeug besucht, von Voyager 2 am 24. Januar 1986.

Die meisten Planeten rotieren um eine Achse, die fast senkrecht zur Ekliptik steht, aber die Achse von Uranus verläuft nahezu parallel zur Ekliptik. Zum Zeitpunkt der Voyager 2-Passage am Uranus zeigte dessen Südpol fast direkt zur Sonne. Es folgt daraus die ungewöhnliche Tatsache, daß die Polarregionen des Uranus mehr Sonneneinstrahlung aufnehmen als die äquatorialen. Trotzdem ist Uranus an seinem Äquator heißer als an seinen Polen. Der zugrunde liegende Mechanismus ist unbekannt.

Tatsächlich finden zur Zeit richtiggehende Schlachten statt, welcher von beiden nun Uranus Nordpol ist! Entweder ist die Achsenneigung etwas über 90 Grad und die Rotation positiv, oder die Neigung beträgt etwas weniger als 90° und die Rotation verhält sich gegenläufig. Das Problem liegt darin, daß man *irgendwo* einen Trennungsstrich ziehen muß, denn in einem Fall wie dem der Venus gibt es herzlich wenig Diskussionen darüber, daß die Rotation tatsächlich gegenläufig ist (und nicht etwa positiv bei einem Neigungswinkel von fast 180°).

Uranus setzt sich aus Felsen und verschiedenen Eisarten zusammen, mit einem Anteil von lediglich 15% Wasserstoff und etwas Helium (im Kontrast zu Jupiter und Saturn, die im wesentlichen aus Wasserstoff bestehen). Uranus (und Neptun) ist in vielerlei Hinsicht den Kernen von Jupiter und Saturn abzüglich der massigen Hülle aus flüssig metallischem Wasserstoff ähnlich. Es scheint, als habe Uranus keinen felsigen Kern wie Jupiter und Saturn, sondern viel eher so, daß das Material mehr oder weniger gleichmäßig verteilt ist.

Uranus Atmosphäre besteht aus circa 83% Wasserstoff, 15% Helium und 2% Methan.

Wie die anderen Gasplaneten besitzt auch Uranus Wolkenstreifen, die ausgesprochen schnell wehen. Sie sind aber extrem fein, nur sichtbar auf radikalen Bildvergrößerungen der Voyager 2-Bilder. Kürzlich gemachte Beobachtungen des Uranus mit HST zeigen größere und betontere Streifen. Die Spekulation besteht darin, daß dies eine jahreszeitlich bedingte Auswirkung ist (die Sonne steht nun auf einer niedrigeren Länge, was stärkere Tag-Nacht-Effekte bewirken könnte).

Uranus blaue Färbung ist Folge der Absorption roten Lichts durch Methan in den oberen Atmosphärenschichten. Es könnten sich darunter farbige Bänder wie auf Jupiter finden, sie werden aber vom darüberliegenden Methan verdeckt.

Wie die anderen Gasplaneten besitzt auch Uranus Ringe. Wie die von Jupiter sind sie sehr dunkel, aber wie die des Saturn setzen sie sich aus ziemlich großen Partikeln mit bis zu 10 Metern Durchmesser zuzüglich feinen Staubes zusammen. Es gibt elf bekannte Uranus-Ringe, allesamt sehr fein; der hellste ist bekannt als Epsilon-Ring. Die Ringe des Uranus waren die ersten, die nach denen des Saturn entdeckt wurden. Dies war von denkbar wichtiger Bedeutung, nachdem wir erkannt haben, daß Ringe eine gewöhnliche Erscheinung bei Planeten sind, nicht etwa eine Besonderheit des Saturns allein.

Voyager 2 entdeckte zu den fünf größeren, bereits bekannten Monden von Uranus, zehn weitere kleine Monde. Mittlerweile wurden 11 weitere Uranus-Monde entdeckt.

Das Magnetfeld des Uranus ist insofern ungewöhnlich, als daß es nicht im Planetenmittelpunkt zentriert liegt und um fast 60 Grad zur Rotationsachse geneigt ist. Wahrscheinlich wird es von Bewegungen in vergleichsweise flacher Tiefe in Uranus hervorgerufen.

Uranus ist manchmal gerade noch mit bloßem Auge in sehr klaren Nächten zu erkennen; er ist leicht mit einem Feldstecher zu sehen (wenn man weiß, wo genau man suchen muß). Ein kleines astronomisches Teleskop zeigt Uranus als eine kleine Scheibe.


D
ie wichtigsten Monde von Uranus:

           Abstand   Radius   Masse
Mond      (000 km)   (km)     (kg)    Entdecker    Jahr
---------  -------   ------  -------  ---------   -----
Cordelia         50      13    ?       Voyager 2    1986
Ophelia          54      16    ?       Voyager 2    1986
Bianca           59      22    ?       Voyager 2    1986
Cressida         62      33    ?       Voyager 2    1986
Desdemona        63      29    ?       Voyager 2    1986
Juliet           64      42    ?       Voyager 2    1986
Portia           66      55    ?       Voyager 2    1986
Rosalind         70      27    ?       Voyager 2    1986
Belinda          75      34    ?       Voyager 2    1986
Puck             86      77    ?       Voyager 2    1985
Miranda         130     236  6,30·1019 Kuiper       1948
Ariel           191     579  1,27·1021 Lassell      1851
Umbriel         266     585  1,27·1021 Lassell      1851
Titania         436     789  3,49·1021 Herschel     1787
Oberon          583     761  3,03·1021 Herschel     1787
Caliban        7200      30    ?       Gladman      1997
Stephano      10000      20    ?       Kavelaars    1999
Sycorax       12200      60    ?       Nicholson    1997
Prospero      25000      15    ?       Gladman      1999
Setebos                  20    ?       Holman       1999