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Der Planet Merkur

Der Planet Merkur

Das Sonnensystem - Der Planet Merkur
(Quelle: NASA)


Allgemeine Daten
Orbit: 57.910.000 km (0,38 AU)
Durchmesser: 4.880 km
Masse: 3,30e23 kg
Äquator-Radius: 2439,7 km
Pol-Radius: 2439,7 km
Mittlere Dichte: 5,427 g/cm3
Gravitation: 3,70 m/s2
Fluchtgeschwindigkeit: 4,3 km/s
Albedo: 0,119
Entfernung zur Erde: 77,3-221,9 Mio. km


Atmosphäre
Die Atmosphäre von Merkur ist eigentlich ein Vakuum, sie ist fast nicht vorhanden und nur in winzigen Spuren zu messen. Die Gesamtmasse dieser "Atmosphäre" beträgt nicht einmal 1000 kg.
 
Oberflächendruck: 10 hoch -15 Bar (0,001 picobar)
Durchschnittstemperatur:  440 K (167 C)
Zusammensetzung: 42% Sauerstoff (O2), 29% Natrium (Na), 22% Wasserstoff (H2), 6% Helium (He), 0.5% Kalium (K), in winzigen Spuren Argon (Ar), Kohlendioxid (CO2),
Wasser (H2O), Stickstoff (N2), Xenon (Xe), Krypton (Kr), Neon (Ne)


Orbital-Daten
Monde: keine
Ringsystem: nicht vorhanden


Entdeckung
Entdecker: unbekannt
Entdeckungsdatum: prähistorisch
 

Merkur ist der innerste und sonnennächste der 9 Planeten des Sonnensystems. Er ist der zweitkleinste nach Sonne.

In der römischen Mythologie ist Merkur der Gott des Handels, der Reise und der Gott der Diebe. Der Planet bekam den Namen vermutlich weil er sich so schnell über den Himmel bewegt.

Der Planet Merkur war schon den alten Sumerern um 3000 vor Christus bekannt. Die Griechen gaben ihm zwei Namen: Apollo als Morgenstern und Hermes als Abendstern. Sie wussten jedoch trotzdem, dass es sich dabei um ein und denselben Planeten handelte.
Der Grieche Heraclitus glaubte überdies, dass Merkur nicht um die Erde sondern zusammen mit der Venus um die Sonne wandert.

Merkur wurde bislang nur von einem einzigen Raumfahrzeug besucht, Mariner 10 im Jahre 1974-75. Dabei wurde jedoch lediglich 45% der Oberfläche kartografiert. Leider ist der Planet zu nah an der Sonne um vom Hubble-Weltraumteleskop abgelichtet zu werden.

Merkurs Orbit ist sehr exzentrisch, im Perihel (dem sonnennächsten Punkt) nähert er sich der Sonne auf 46 Millionen km, im sonnenfernsten Punkt (Aphel) entfernt er sich auf 70 Millionen km. Aufgrund dieser Daten vermutete man im 19. Jahrhundert die Existenz eines anderen Planeten nahe des Merkur-Orbits. Man nannte diesen Planeten „Vulcan“. Der wahre Grund für die Bahnexzentrik des Merkur liegt in Einsteins Relativitätstheorie begründet und sie diente zu Beginn der Theorie als ein Beweise ihrer Richtigkeit.

Merkur rotiert in 2 Jahren dreimal um seine eigene Achse, ganz entgegen allen anderen Planeten, die eine 1:1 Relation zwischen Umlauf um die Sonne und Eigen-Rotation aufweisen, ein Merkmal, das Merkur einzigartig macht.
Ein Beobachter, der auf der Oberfläche des Merkur stehen würde, könnte seltsame Dinge beobachten. Die Sonne würde bis zu ihrem Zenit aufsteigen, stoppen und dann umkehren um erneut zu stoppen und dann unterzugehen. Währenddessen würden sich die Sterne dreimal schneller über den Himmel bewegen. An anderen Beobachtungspunkten würden Beobachter unterschiedliche aber ähnlich bizarre Vorgänge beobachten können.

Merkur ist mit seinen extremen Temperaturschwankungen von 90 K bis zu 700 K dem Mond sehr ähnlich. Seine Oberfläche ist von Einschlagskratern übersät und sehr alt. Merkur besitzt ebenfalls keine Plattentektonik. Merkur ist jedoch wesentlich dichter als der Mond (5.43 g/cm3 zu 3.34). Nach der Erde hat er die größte Dichte aller Planeten im System. Das bedeutet, dass Merkur eine in der Relation größeren Eisenkern hat als die Erde, aber nur eine relativ dünne Silikatkruste und Mantel. Der Eisenkern dürfte einen Radius von 1800-1900 km besitzen, die Kruste und der Mantel etwa 500-600 km. Der Kern dürfte wenigstens teilweise geschmolzen sein.

Die Atmosphäre von Merkur ist kaum vorhanden. Der ständig wehende Sonnenwind verhindert das Bilden einer dichteren Atmosphäre. Durch die enorme Hitze von Merkur entschwindet das Gas sehr leicht ins Weltall.

Die Oberfläche von Merkur ist schwer vernarbt, manche besitzen eine Länge von mehreren hundert Kilometern und sind bis zu 3 Kilometer hoch.
Aufgrund ihrer Form geht man davon aus, dass sie durch großen Druck gebildet wurden, hervorgerufen durch ein Schrumpfung des Planeten um 0,1%

Eines der größten Strukturen auf dem Planeten ist das Caloris Basin. Es misst etwa 1300 km im Durchmesser. Es ähnelt sehr stark den großen Maren auf unserem Mond. Wahrscheinlich wurde es durch einen sehr großen Einschlag in der frühen Geschichte des Sonnensystems geschaffen. Dieser Einschlag war vermutlich auch verantwortlich für die seltsamen Geländestrukturen auf der genau gegenüber liegenden Seite des Planeten.
Im Gegensatz dazu gibt es jedoch auch große, flache Flächen, welche vermutlich durch vulkanische Aktivitäten in frühen Zeiten entstanden sind, oder aber auch durch Auswurf aus Kratern beim Einschlag eines Körpers auf die Oberfläche.

In der niemals von der Sonne berührten Polarregion könnte sich laut Radarmessungen erstaunlicherweise Wassereis befinden.

Das Magnetfeld von Merkur ist sehr gering, etwa 1% der Stärke des Erdmagnetfeldes.

Monde hat der Planet Merkur keine.

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