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Spezialthema Huygens

Raumsonde Huygens

Christiaan HuygensDie Raumsonde Huygens wurde benannt nach dem niederländischen Astronomen Christiaan Huygens (geboren 14. April 1629 in Den Haag, Niederlande; gestorben 8. Juli 1695 in Ebenda).

Sie ist die Tochtersonde des Raumfahrzeuges Cassini-Huygens, welches am 15. Oktober 1997 Richtung Saturn gestartet wurde und am 1. Juli 2004 in den Orbit von Saturn einschwenkte. Seitdem schoss die Kamera von Cassini hunderte von hochauflösenden Bildern von Saturn, den Saturnringen und den Monden Saturns.

Saturnmond TitanDem Mond Titan wurde dabei spezielle Aufmerksamkeit geschenkt, denn es ist der einzige Mond im Sonnensystem, der eine eigene Atmosphäre besitzt. Zu diesem Zweck wurde Huygens mit auf die Reise geschickt. Huygens ist eine spezielle Atmosphärensonde, die, mit einem Hitzeschild ausgestattet am 14. Januar in die Atmosphäre von Titan absteigen wird. Während ihrem Abstieg wird Huygens ständig Daten an die Muttersonde Cassini funken, welche diese Daten dann Richtugn Erde weiterleiten wird. Drei große Bremsfallschirme werden ihren Fall dabei kontrollieren und zwei Stunden später wird Huygens schließlich auf der eisigen Oberfläche des Titan landen. Sollte Huygens den Aufprall überstehen, wird die Sonde noch genügend Strom haben um noch einige Zeit Daten über die Oberfläche an Cassini zu senden.

Was Huygens auf der Oberfläche erwarten wird, ist nicht ganz sicher, aber für alle Fälle ist die Sonde schwimmfähig gebaut worden, falls sie in einem Meer oder See aus Ethan oder Methan landet.

Huygens landet auf TitanAn Bord der Huygens-Sonde befinden sich sechs wissenschaftliche Instrumente, die der Messung von Temperatur, Druck, Windgeschwindigkeit und Windrichtung in der Titan-Atmosphäre dienen. Außerdem können Proben der Atmosphäre eingesammelt und mittels einem Gaschromatographen chemisch und physikalisch auf ihre Zusammensetzung hin analysiert werden. Eine seitlich blickende Optik erlaubt wegen der Eigendrehung von Huygens einen ständigen Rundumblick, der mittels der DISR-Kamera (“Descent Imager/Spectral Radiometer“) in detaillierten Schwarzweiß-Bildern festgehalten wird, je tiefer die Sonde sinkt. Instrumente eines “Surface Science Package“ messen nach einer erfolgreichen Landung die physikalischen Parameter der Mondoberfläche, wie die Wucht beim Aufschlag auf der Oberfläche und die Neigung von Huygens gegen die Normalrichtung, sowie die optischen Eigenschaften, die Temperatur und die Wärmekapazität des Oberflächenmaterials.

Huygens wird als das am weitest entfernte von Menschenhand gefertigte Objekt in der Geschichte sein, das je auf einem fremden Himmelskörper gelandet ist.

Huygens ist die erste in Europa geplante und gebaute Sonde, die ins äußere Sonnensystem fliegt.

Cassini-Huygens Seite der NASA
Cassini-Huygens Seite der ESA

 

Cassini-Huygens, Mission zum Saturn

 

Raumsonde Huygens - Missionslogbuch der Landung

23:59 Uhr

Ein extrem erfolgreicher Tag geht zu Ende und die Mission ist soweit abgeschlossen. Fast alle Daten sind angekommen und werden in den kommenden Wochen ausgewertet werden. Nur wenige Daten gingen verloren, wie das Doppler-Wind-Experiment. Doch dies ist angesichts des ansonsten gewaltigen Erfolges für die ESA durchaus verschmerzbar.

23:30 Uhr

Das dritte Bild von der Titan-Oberfläche, aufgenommen aus 8 km Höhe.

22:10 Uhr

Übertragungskanal A von Cassini hat leider versagt. Zwar hat Kanal B alle Daten geliefert, doch das Doppler-Windexperiment wurde über Kanal A aufgenommen und somit sind seine Daten verloren.

22:30 Uhr

Das zweite Bild von der Titan-Oberfläche, aufgenommen von der Oberfläche.

21:10 Uhr

Bislang 350 Bilder vom Titan bei der ESA eingegangen.

21:00 Uhr

Das erste Bild von der Titan-Oberfläche, aufgenommen aus 16 km Höhe!

19:00 Uhr

Die nächste Pressekonferenz ist für 20:45 angesetzt, dann wird auch das erste Bild präsentiert werden.

18:20 Uhr

Die ersten Bilder werden wie geplant um 20:30 zur Verfügung stehen.

18:00 Uhr

Die Zweikanalübertragung läuft perfekt und bislang ohne Verlust eines Datenpaketes. Zwar ist Kanal A unsicher, aber Kanal B wird einwandfrei empfangen.

17:59 Uhr

Da Huygens scheinbar noch immer Daten sendet, wurden nun weitere große Radioteleskope auf den Saturnmond gerichtet um diese Daten eventuell doch noch empfangen zu können.

17:35 Uhr

Soeben hat der ESA-Leiter im Rahmen der Pressekonferenz den Erfolg der Mission bestätigt!

17:35 Uhr

Auch zwei Stunden nach dem Touchdown sendet Huygens noch immer Daten, ein zäher Brocken diese Sonde, muss sie doch Temperaturen von -180 Grad C standhalten!

17:20 Uhr

Für 17:20 ist eine Pressekonferenz bei der ESA geplant. Noch gibt es keine genaueren Angaben, aber es sieht so aus, als wäre die Mission ein voller Erfolg gewesen!

17:19 Uhr

Jubel im Kontrollzentrum der ESA. Es sieht so aus, als ob die Daten angekommen wären und der Transfer nun läuft.
Die Übermittlung der Huygens-Daten wird bis 18:57 andauern.

16:23 Uhr

Noch immer sendet Huygens Daten von der Oberfläche des Mondes, zu aller Überraschung.
Leider ist das Mutterschiff Cassini schon außer Reichweite und kann diese Daten nicht mehr aufnehmen.
Somit hat die Sonde bereits über 5 Stunden in der Titan-Atmosphäre überlebt!

16:14 Uhr

Die ersten Testdaten von Cassini erreichen die Erde. Dies sind leere Datenpakete, die dazu dienen, die Empfänger so gut wie möglich auf das nachfolgende Signal zu justieren, damit keine der wertvollen Daten von Huygens verloren gehn.

15:45 Uhr

Cassini beendet seine Datenaufnahme von Huygens und richtet seine Antennen auf die Erde aus um die Daten weiterzusenden.
Der Landeplatz von Huygens verschwindet nun, relativ zu Cassini, hinterm Horizont und Cassini kann keine weiteren Daten mehr aufnehmen. Damit wäre die Mission von Huygens abgeschlossen. Ob sie erfolgreich war, wird sich zeigen, wenn die ersten Daten die Erde erreichen.

15:05 Uhr

Huygens lebt noch! Das Transmittersignal wird noch immer empfangen, das bedeutet, dass die Sonde die Landung überlebt hat. In etwa 35 Minuten beginnt die Muttersonde Cassini mit der Datenübertragung zur Erde.
Mauna Kea hat durch direkte Beobachtung des Titan keine Hinweise auf einen hellen Feuerball gefunden. Dies ist eine gute Nachricht, denn ein ausbleibender Feuerball bedeutet eine nicht ZU extreme Erhitzung der Sonde.

13:45 Uhr

Das Hobart-Teleskop hat soeben das Transmittersignal von Huygens empfangen.
Dies bedeutet, dass sich mindestens der erste Fallschirm erfolgreich geöffnet hat!
Desweiteren bestätigt dies auch die Funktion des Doppler Wind Experiments (DWE), welches die Ausbreitung von Radiosignalen in der Titan-Atmosphäre untersucht.

13:33 Uhr

Geplanter Touchdown!
Sollte alles geklappt haben, ist die Sonde um diese Zeit auf der Titanoberfläche aufgesetzt. Ob sie den Aufprall überlebt hat, werden wir erst erfahren, wenn wir Huygens Signale empfangen.
Das erste Bild sollte um 20:30 verfügbar sein!

12:59 Uhr

Das letzte der Huygens-Instrumente, der Gas Chromatograph, wird aktiviert und beginnt seine Untersuchungen der Titan-Atmosphäre.

11:49 Uhr

Der Oberflächennäherungssensor wird aktiviert. Ab jetzt, auf einer Höhe von 60 Kilometer beginnt Huygens damit, ihre Höhe selber zu kontrollieren. Dies geschieht über Radar. Die Drehrate und Höhe der Sonde wird kontinuierlich an die wissenschaftlichen Instrumente geliefert.

11:42 Uhr

Breaking News: Ein erdbasiertes Teleskopnetzwerk hat ein Signal von Huygens entdeckt. Das ist ein grosser und unerwarter Erfolg. Das Signal ist wie ein Telefonsignal, das keine Information enthält. Die versammelten Wissenschaftler und Gäste jubeln.

11:32 Uhr

Zu diesem Zeitpunkt wird Huygens ihren Bremsfallschirm abgeworfen haben und einen 3 Meter großen Windsack entfalten. Hier, in 125 km Höhe würde der große Fallschirm die Sonde zu sehr abbremsen und der Abstieg würde länger dauern als die Batterie Strom liefert.

11:17 Uhr

Wenn alles glatt läuft, hat Huygens nun ihren Bremsfallschirm geöffnet und den Hitzeschild, der die Sonde während dem Abstieg vor Temperaturen bis zu 10.000 Grad C schützt, abgetrennt.
Die Übertragung der Daten zu Cassini beginnt jetzt. Eine Kamera wird jetzt in diesem Augenblick die ersten Panoramaaufnahmen machen, die uns hoffentlich heute Abend erreichen werden.
Das Surface Science Package wird ebenfalls angeschaltet um atmosphärische Eigenschaften zu messen.

11:13 Uhr

Huygens erreicht ihre Eintrittshöhe auf 1270 Kilometer über der Titanoberfläche.
Hier findet der Eintritt in die Atmosphäre statt.
Wenn alles klappt, tritt die Sonde in dieser Minute in die Titan-Atmosphäre ein.

10:30 Uhr

Alle Systeme arbeiten einwandfrei, alle Lichter stehen auf Grün.
Huygens nähert sich dem Rand der Atmosphäre und wird gegen 10:51 seine Transmitter aktivieren und um 11:15 in auf die Atmosphäre des Titan auftreffen und eintreten.
In der ESA-Zentrale in Darmstadt herrscht eine gespannt Amtosphäre und man schaut hoffnungsvoll nach vorne.

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