Religion und Wissenschaft - wer hat Recht?

Religion und Wissenschaft - wer hat Recht?

Postby Chris80 on 12 Feb 2010, 02:38

Hi,

ich konnte mich jetzt ein paar mal mit Muslimas über Koran, Glaube und Darwin oder Evolution unterhalten.

Raus gekommen ist dabei:
Der Koran hat Recht, daran glauben sie.
Darwins Arbeit ist nur eine Theorie und Menschen können Fehler machen.
Die Evolution ist falsch, die Menschen wurden von Gott erschaffen.
Es kann keine Knochen geben die 20.000 Jahre alt sind, da die Lebewesen ja noch nicht so alt sind - Menschen haben bei der Berechnung Fehler gemacht.
Der Koran hat immer Recht, dort steht das Wort Gottes - allein die Interpretationen können falsch sein.

Ob Mohammed nicht einen Fehler beim Schreiben gemacht haben könnte haben sie sich noch nie gefragt.
Und als meine Fragen wohl zu aufdringlich wurden, hat sie mir erklärt, dass sie gelehrt werden NIEMALS am Koran zu zweifeln und keine Fragen zu stellen.

Naja - davon kann man jetzt halt was man will, was mich interessieren würde:

Kennt jemand von euch gute Mitarbeiter der Paläontologie die religiös sind, evtl. dem Islam angehören?
Ich kann mir nicht vorstellen, wie man persönlich wirklich an den Koran glauben will und Biologie studieren kann.
Ich kann nicht begreifen, dass man durch ein Museum läuft, die Funde von vor 2 mio Jahren sieht und einfach nicht weiter darüber nachdenkt - es widerspricht doch dem, was man bisher gelernt hat.

Helft mir bitte zu verstehen, wie man diesen logischen Fehler in einer der Lehren ausgleicht oder ignorieren kann.
Und generell etwas interessantes: Sind die Länder mit einer relativ strikten Auslegung von religiösen Schriften und einer hohen Anzahl an stark gläubigen religiösen Bewohner in der Forschung und Wissenschaft schlechter als die der westlichen Kultur?

Vielen Dank schon mal.
Bye, Chris
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Re: Religion und Wissenschaft - wer hat Recht?

Postby Anjuschka on 12 Feb 2010, 12:14

Also zuerst muss man sagen, dass Recht und Unrecht immer im Auge des Betrachters liegt. Wenn ich so sehr an Gott und die Schöpfung glaube, ist es für mich natürlich klar, dass die Wissenschaft lügt, weil sie Gott abschaffen will. Wenn ich NICHT an Gott glaube und Wissenschaftler bin, glaube ich natürlich im Recht zu sein, zumal es mir die Technik erlaubt, das auch zu beweisen. Das ist das Dilemma. Aus ihrer jeweiligen Sicht, haben BEIDE Seiten Recht.

Aber darüberhinaus gibt es durchaus Christen und Moslems, welche die Evolution als Tatsache ansehen. Die sagen halt, dass Gott das Universum geschaffen hat und es sich danach selbst entwickelt hat, nach Gottes Vorgaben. So sind beide zufrieden ;)

Aus dem Lager der Kreationisten gibt es natürlich eine Menge unwissenschaftlichen Schwachsinn. Aber den gibts auch im Lager der Wissenschaft ;)
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Re: Religion und Wissenschaft - wer hat Recht?

Postby elfe on 12 Feb 2010, 13:02

Da hab ich noch ein schönes Beispiel:

In der 10. Klasse haben wir Evo gemacht und hinter mir war eine hoch gläubige Zeugin.... Ähh naja wir haben dann eben mal rum diskutiert und sie hat mich ständig gefragt, wie ich mir dies und das erkläre usw. Hab dann eben immer weiter gesagt, dass das so und so ist... Irwann waren wir dann soweit, dass sie mich Frage, woher das Wasser kommen würde... Da hatte ich keine gute Antwort drauf und meinte dann, dass ich das nicht genau wüsste....
Fazit: Sie hatte "gewonnen"

Das Wasser kommt von Gott... Dem Rest hat sie mir zugestimmt (ohne, dass irgendwas göttliche dran war). Im nachhinein frage ich mich, wie das Wasser von Gott sein kann, sie aber alles andere selbst als falsch sieht.

Dadruch kann ich nur einen Schluss ziehen: Man muss eine gewisse Protion Inkonsequenz haben um beides Glauben zu können....


Aber darüberhinaus gibt es durchaus Christen und Moslems, welche die Evolution als Tatsache ansehen. Die sagen halt, dass Gott das Universum geschaffen hat und es sich danach selbst entwickelt hat, nach Gottes Vorgaben. So sind beide zufrieden


Und genau das ist im Grunde das, was ich meine... Ein Christ MUSS an die Schöpfungsgeschichte glauben.... Diese sagt ganz klar, dass es KEINE Evo gibt! Dies bedeutet nicht, dass er nicht an Gott glauben darf, aber es bedeutet, dass er sich nicht als Christ sehen darf..... Wenn überhaupt, dann als ein bestimmte christliche Richtung, die einiges an der Bibel kritisieren.

Doch eigentlich müsste es so sein, dass ein Evolutionsbiologe nicht an Gott glauben draf! Weil alle Religionen gegen die Evolution stehen... Dies bedeuteutet hingegen jedoch nicht, dass es keinen Gott gibt! Nur, dass dieser in keiner Religion verehrt wird oder sie falsche Tatsachen annehmen, was aber wieder bedeuten würde, dass Bibel, Tora, Koran, usw. sehr fehlerhaft sind, was wiederum so fatal wäre, als wenn die Wissenschaft herausfinden würde, dass es Atome garnicht gibt :lol:
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Re: Religion und Wissenschaft - wer hat Recht?

Postby Mafio on 12 Feb 2010, 16:35

Die bekanntlichen Definitionen von Meinen, Glauben und Wissen sind wie folgt:
Meinen - weder subjektive Gewissheit noch objektive Gültigkeit
Glauben - subjektive Gewissheit jedoch kein Anspruch auf objektive Gültigkeit
Wissen - sowohl subjektiv als auch objektiv ausreichend Begründet und Gesichert

Soweit sagt Kant es jedenfalls.
Es ist meines Erachtens nach vollkommen natürlich und auch richtig Wissenslücken und scheinbar unerklärliches durch den Glauben zu füllen, mein Problem ist nur das diese Menschen nicht nur die Lücken füllen sondern sich auch da rein setzten und nie wieder raus zuholen sind... Noch schlimmer finde ich sogar die, die ganze Bücher schreiben in denen die Lücken gefüllt werden und das dann als Wahrheit verkaufen. Wenn man schon Lücken ausfüllen möchte sollte man das nach seinen Gewissen machen und sich höchstens die Idee dazu von anderen holen, aber ganz sicher nicht eine ganze Lochplatte von der christlichen Kirche zum Beispiel übernehmen... Es ist zwar sicherlich schön sich subjektiv ganz sicher bei irgendetwas zu sein, aber für mich würde das niemals die objektive Sichtweise ersetzen. Als Wissenschaftler muss man nun schließlich auch von bestimmten Annahmen ausgehen, aber ein guter Wissenschaftler ist im Gegensatz zu einem guten Christen auch von einer anderen Sichtweise überzeugbar.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass Menschen die subjektiv vollkommen von der Richtigkeit ihres Handelns überzeugt sind zu allem bereit sind. Eine Religion die andere Religionen verbietet (seien es jetzt extremistische Zweige des Islams oder Scientology) hat subjektiv vielleicht Recht, aber ganz sicher nicht objektiv; aber eine objektive oder wenigstens rationaler Sichtweise wird ja erst garnicht in betracht gezogen weil eine so extreme subjektive Sicherheit vorherrscht. (Warum denn auch eine Perspektive hinterfragen wenn man denkt das sie richtig ist?)
Aber natürlich sind Wissenschaftler ebenso subjektiv davon überzeugt das das was sie tun richtig ist. Wir gründen unsere Aussagen auf Beobachtungen, Berechnungen und Experimenten. Diese Dinge sagen uns das wir richtig liegen und das kann ein religiöser Mensch vielleicht auch nicht nach vollziehen, da sein einziges Messinstrument Gott ist...

Um zum Abschluss zu kommen:
Ich denke (und versuche das objektiv zu betrachten), dass der, dessen Meinung flexibel, anpassungsfähig, und Argumenten zugänglich ist eher Recht hat als jemand der starr nur eine Möglichkeit in betracht zieht, und dies ist die Wissenschaft und nicht die Religion. Allerdings verwende ich hier explizit den Terminus Religion, da spirituelle Menschen, die sich nicht auf eine Vorgefertigte Religion verschwören, ebenso flexibel sein können.
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Re: Religion und Wissenschaft - wer hat Recht?

Postby tholan on 12 Feb 2010, 18:52

Wenn ich so sehr an Gott und die Schöpfung glaube, ist es für mich natürlich klar, dass die Wissenschaft lügt, weil sie Gott abschaffen will.

Die Naturwissenschaften kümmern sich einen Sch.. um den lieben Gott.
Wissenschaft muß empirische Ergebnisse liefern und soll einfach nur funktionieren.
Deswegen lieben wir sie ja :).
Natürlich fühlen sich die ehemaligen Kosmologen angegriffen, wenn die Naturwissenschaften
einfach über deren Lehren hinwegbrettert und deren Platz endlich mal mit begründeten
Erkenntnissen einnimmt.
Das ist doch das alte Spiel.
Die Abrahamitischen Religionen stecken seit langer, langer Zeit in einer tiefen Krise.
Mit ihren Versuchen, die Welt zu erklären, sind sie halt ein bischen zu weit
vorgeprescht und müssen nun ansehen, wie ihre Dogmen zu bloßen Metaphern zerbröseln.
In der westlichen Welt ist das ja auch schon seit Jahrhunderten eigentlich kein Thema mehr.
Hier gabs mal sowas, wie das Zeitalter der Aufklärung.
Das klingt leider arrogant und ist wohl auch der Finger der Ungläubigen,
der in den Wunden der abrahamitischen Religionen wühlt.
Das sind dogmatische Christen, wie Juden, wie Moslems.
Alle drei teilen die gleiche Kosmologie.
Tja, und das Dumme ist nun, daß die Naturwissenschaften weder beten,
noch glauben müssen, daß deren Empirie irgendwann versagt.
Es kann doch auch tröstlich sein, wenn man versucht, die Welt so zu sehen,
wie Gott sie geschaffen hat.
Was geschrieben steht, stammt doch immer nur von Menschenhand.
;)
Dieses Argument würde ich allerdings tunlichst für mich behalten.
Diese Leute werden ihre reine Lehre beim kleinsten "Aber" immer hintergangen sehen.
Argumente interessieren die nicht, insofern würde ich darauf garnicht eingehen.
Mit Biologiestudieren ist dann natürlich Essig.
Viele Dogmatiker pflegen allerdings eine gesunde Schitzophrenie um weiterzukommen,
wenn man das so sagen kann.
Ich würde mich halt um "Seines" Willen nicht auf religiöse Diskussionen einlassen.
Vielleicht hilft es, das Ganze mal von der geschichtlichen Seite her aufzurollen
und religiöses kathegorisch rauszuhalten.
Gregor Mendel ist doch ein guter Startpunkt.
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Re: Religion und Wissenschaft - wer hat Recht?

Postby Chris80 on 12 Feb 2010, 20:17

Mafio wrote:Eine Religion die andere Religionen verbietet (seien es jetzt extremistische Zweige des Islams oder Scientology) hat subjektiv vielleicht Recht, aber ganz sicher nicht objektiv; aber eine objektive oder wenigstens rationaler Sichtweise wird ja erst garnicht in betracht gezogen weil eine so extreme subjektive Sicherheit vorherrscht. (Warum denn auch eine Perspektive hinterfragen wenn man denkt das sie richtig ist?)


Ich hatte bisher nur mit einem Katholiken auf den die Beschreibung passt das Vergnügen.
Die Muslima hier sind ganz lieb.
Sie denken aber einfach nicht und das ist ja auch schwer, wenn man nach den ersten Worten beigebracht bekommen bloß nicht den Koran zu hinterfragen.
Und natürlich ist es richtig, hier gibt es ja gar nichts anderes.
Wie soll man denn auch etwas vergleichen können, wenn man in der Mitte eines Systems lebt welches mit Ausstoß und Vertreibung droht wenn man in ein anderes System reinschnuppert?

Ich finde es fast schade es verlgeichen zu müssen, aber das erinnert mich wieder an China .. Freidenker werden als Geschwür angesehen und müssen unter allen Umständen vermieden werden.

tholan wrote:Hier gabs mal sowas, wie das Zeitalter der Aufklärung.
Das klingt leider arrogant und ist wohl auch der Finger der Ungläubigen,
der in den Wunden der abrahamitischen Religionen wühlt.


Und ich fühle mich wirklich schlecht dabei die Leute nicht als Freidenker oder auf gleicher Ebene zu betrachten, aber ich tue es wirklich.
Ich kene Darwin, Hinduismus, Christentum und jetzt den Islam. Ich kann wählen, beurteilen und ich kann das ganze von außen oder von oben betrachten und verlgeichen.
Die Leute hier können (oder wollen) es nicht und natürlich sind sie teilweise Opfer des Systems aber ich habe nirgendwo in Deutschland so viele self development Bücher a la Donald Trump usw. gesehen wie hier. Das passt doch alles nicht zusammen!

tholan wrote:Was geschrieben steht, stammt doch immer nur von Menschenhand.
;)
Dieses Argument würde ich allerdings tunlichst für mich behalten.

Oh .. zu spät.
Ich bin im Koran schon im zweiten Satz angeeckt und es ging nicht weiter:
2. Dies ist ein vollkommenes Buch; es ist kein Zweifel darin: eine Richtschnur für die Rechtschaffenen;

Naja .. ihr könnt euch vorstellen, dass die Diskussion darüber wenig ergiebig war.
Weiß auch gar nicht ob ich da Diskutieren sollte .. ich will hier ja auch niemand in eine Krise voller selbstzweifel stürzen.

tholan wrote:Mit Biologiestudieren ist dann natürlich Essig.

Essig? Aber es gibt hier den Master ob Biology oder so - kenne nur leider niemand von dort.
Aber Schizophrenie klingt wie ein guter Ausweg.

tholan wrote:Vielleicht hilft es, das Ganze mal von der geschichtlichen Seite her aufzurollen
und religiöses kathegorisch rauszuhalten.
Gregor Mendel ist doch ein guter Startpunkt.

Ist schwer .. es gibt ja nur eine richtige Religion, die Evolutionstheorie heißt ja schon Theorie und Menschen können sich im Gegensatz zu Gott irren. Und Gott hat ja schließlich den Koran geschrieben .. bzw. schreiben lassen. Aber da hat sich wohl niemand geirrt.

Ich glaube der Schlüssel zur Religion ist relativ einfach: Interpretieren ist ok, aber bloß nicht denken und nicht hinterfragen.
Es fängt ja schon dabei ein: Was denken Muslime über ihre ausländischen English-Lehrer? Das sie nett sind aber leider die falsche Religion haben und deswegen in der Hölle landen?
Und überhaupt .. die westlichen Stars die hier gut ankommen ...
Was ist denn mit der Habgier, dem Profit und dem Kapitalismus? Wohl auch persönliche Auslegung des Korans.

Ich bekomme es einfach nicht hin mit in diese Lage zu denken, aber ich befürchte das liegt gerade daran, dass ich versuche zu denken.
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Re: Religion und Wissenschaft - wer hat Recht?

Postby tholan on 12 Feb 2010, 21:31

Aber Schizophrenie klingt wie ein guter Ausweg.

Sag ich doch.
Ich glaube, es ist auch wichtig, das ihnen selbst zu überlassen.
Das hat auch ein kleinwenig mit Achtung zu tun.
Du kannst dann halt selbst nur hoffen, daß das religiöse Thema
bei den Leuten selbst bleibt.
Wenn die dann unbedingt echte Biologen werden wollen,
werden sie Dir (und sich) selbst schon goldene Brücken bauen:
Das Argument, Darvin hat nur eine Theorie erstellt, läßt sich doch schon
prima nutzen.
Ja, es ist "nur" eine Theorie, die muß man als Biologe aber kennen!
Garnicht bewerten, nur feststellen, daß Biologie ohne diese Theorie nicht geht.
Keine Ärmchen, kein Keks :mrgreen:
Alles Andere würde ich den Leuten selbst überlassen.
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Re: Religion und Wissenschaft - wer hat Recht?

Postby Chris80 on 13 Feb 2010, 02:56

Ich versuche es.
Hatte mich eben interessiert wie die Welt so aus dieser Sichtweise aussieht.

Danke euch.
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Re: Religion und Wissenschaft - wer hat Recht?

Postby Neugier on 03 May 2010, 20:30

Interessant!
Hm... *grübel*
Ich weiss nicht wer da Recht hat.
Religion ist für mich ein Ding das nicht so wirklich greifbar ist,
und die Wissenschaft hat viele gute Theorien, widerruft aber manchmal auch wieder Dinge wo erst behauptet wurde, das ist Fakt das ist so und so.

Ich würd jetz einfachmal die Frage mit dazu werfen:

Kann man überhaupt von irgendetwas sagen, NUR DAS ALLEINE hat Recht und alles andere ist quasi alles Quatsch?
Ich weiss nicht das Leben und alles was es so gibt ist dermassen vielfältig... ich habe Mühe mich in einer Richtung festzulegen und daran festzuhalten und zu sagen, NUR DAS ALLEIN ist das Wahre, das Richtige.

Das Einzigste was ich sicher weiss ist, Religion ist nichts für mich persönlich.
Ich neige dann doch eher an Dinge zu glauben die man auch mit Fakten untermauern kann.

Zum Thema Religion möcht ich gern paar Sachen erzählen wenn ich darf.


Chris80 wrote:Hi,

Der Koran hat Recht, daran glauben sie.





Ich behaupte jetzt einfach mal, jeder Mensch,
egal welche Glaubensrichtung er hat glaubt an SEINEN Gott,
SEINE Religion und sagt davon... DAS und nur das... hat Recht.


Ich selber muss gestehen bin nicht religiös,
aber ich respektiere und akzeptiere es wenn Jemand diesen Weg für sich wählt.
(Diskutiere auch gerne mal drüber)
Jeder Mensch muss selber wissen, was er will.

Man möge als religiöser Mensch mir meine folgende Aussage verzeihen,
nichts was ich gleich sagen werde ist böse oder irgendwie persönlich gegen Jemanden oder seinen Glauben gerichtet.
Es ist nur einfach das was ich für MICH so sehe, nicht auf andere bezogen... f
ür MICH also nur auf mein persönliches Empfinden bezogen...
und was für mich, mein Denken, mein Empfinden für mich selber gilt, trifft ja nicht auf andere zu.


Ich möcht Religion, oder religiös leben, für MICH selber nicht.

Ich selber kann desshalb nichts mit Religion anfangen weil ich denke, das ist (entschuldigung aber ich sehe das für mich so) etwas das der Mensch "erfunden" hat.
das denkt mein Kopf inzwischen nachdem ich viel über diverse Religionen erfahren habe.


Ich kann mir schwer vorstellen, dass da ein überirdisches Wesen genannt Gott ist der den Menschen quasi diktiert hat,
was in all diese Glaubens-Bücher kommen soll.
Ich weiss nicht warum aber damit habe ich Mühe, mir das so vorzustellen.

Ich sag sogar diesen Jesus Christus mag es ja wirklich gegeben haben,
aber als Mensch der ganz genau wusste wie er andere Menschen dirigieren und manipulieren konnte,
genauso wie ein religiöser Führer irgendwelcher Gruppen, dem die Menschen zu Füssen liegen und ihm alles glauben.

Der Mensch ist sehr sehr manipulierbar, beeinflussbar.
Ich hätte mich selber mal als ganz junger Mensch beinahe "erwischen" lassen von einer sehr berühmten Sekte,
aber ich hab noch rechtzeitig aufgrund gesundem Menschenverstand (die wollten viel Kohle von mir das machte mich stutzig)
die Kurve gekriegt bevor die mich gekriegt haben.
Dafür bin ich dankbar.

Nungut ich will nicht die grossen Religionen mit Sekten gleichstellen, das soll so nicht sein.
Ich denke das darf man nicht.

Aber Religion, und alles was damit zusammenhängt was den Menschen beeinflusst...
ist halt für mein Begreifen... für mein Gefühl... eben irgendwie auch eine gewisse... Manipulation des Verstandes.

Glauben... hm gut... glauben das Wort an sich...
ich meine theoretisch kann ich an alles glauben, wenn man so will.

ich denke mal (so stell ICH mir das halt vor) wenn ein gläubiger Mensch z.B. sagt...
Gott hätte ihm geholfen, dann frag ich... ja wie er hat Dir geholfen?

Nunja in schweren Zeiten habe ich gebetet und das hat mir geholfen,...

Hm...
Gut ja ich meine... warum hat das geholfen das Beten?

Weil es da irgendwo ein unsichtbares Wesen Namens Gott gibt?

Der erhört dann Gebete und macht das was man sich von ihm wünscht?

nungut vielleicht ist Religion eben komplizierter und man darf es nicht so sehen, aber irgendwie fällts mir schwer es anders zu sehen...

Also ich habe mich damals als ganz junges Mädel auch "verführen" lassen,
und habe geglaubt undd achte damit würde in meinem leben alles besser werden wenn ich Gott drum bitten würde...
so wie man mir das weismachen wollte...
Nun das war nicht der Fall und ich war wohl etwas enttäuscht...

Aber ich war sehr beeinflusst und glaubte das damals sogar alles... zuerst......
dann habe ich meinen Verstand eingeschaltet und nachgedacht und habe dann doch ein paar andere Eindrücke des Ganzen gewonnen...
Jedenfalls...
als sich dann herausstellte, dass das Beten nichts half, und ich noch immer dieselben Probleme hatte... da begann ich zu zweifeln.
Das Beten hatte damals etwa eine ähnliche Wirkung auf mich wie wenn ich Beispielswise einer vertrauten Person meine Probleme erzähle...
also so vom Gefühl her... eine Form der "Erleichterung"... vielleicht ist es das was manchen dann so hilft ich weiss nicht genau...
es war einerleichterndes Gefühl in dem moment.
Nur hinterher... hm...

Irgendwie... ich weiss nicht, vermutlich hat dann da eben bei mir nichts "klick" gemacht.

Ich hab mit verschiedenen Leuten in Glaubensbüchern gelesen (Christen, Zeugen Jehovas, Gideons, Mormonen)
und fand auch da bei keinem das was man mir so schmackhaft machen wollte an der Religion.
Ich bin keiner Religion fest beigetreten ich wollte es halt erst kennenlernen weil man mir das so anbot...
und erhoffte mir das darin zu finden was man mir vorher so drüber erzählt hatte.
Aber es hat nicht "klick" gemacht auch nicht wenn ich Kirchen besucht habe...
fand das damals auch alles sehr schön und so....ich hab das alles ausprobiert.


Alle sprachen davon dass Religion einem diese Kraft geben würde, dass man im Leben besser klarkommt.

Also ICH habe das für mich nicht gefunden.

Ich habe meine Kraft erst sehr viel später in der grossen Liebe zu meinem Mann gefunden.
Da habe ich alle Kraft gefunden die ich zum Leben brauche.

Religion wars einfach nicht bei mir.

Aber ich weiss von genügend Menschen denen Religion viel gibt, es ist ihr Leben und sie ziehen alle Kraft daraus.
Ich bewundere das, staune darüber weil ich halt im Vergleich zu ihnen das nicht gefunden habe.
Aber...
ich respektiere das alles und akzeptiere es wenn Jemand diesen Weg für sich wählt.

Ich würde nur niemals sagen:

Das was ich mache, so wie ich lebe ist das einzig Wahre und Richtige.
Es ist vielleicht für MICH, das Richtige. Aber nicht für andere.
Andere Menschen möchten udn brauchen eben was anderes als ich.

Vielleicht könnte man sogar behaupten:
Religion ist sehr individuell.

Nun...
Jeder Mensch soll so leben wie er meint dass es ihm gut tut.
Das Einzigste was ich mir wünsche ist, dass man einander keinen Schaden zufügt.
Dass man einander respektiert.

Ich denke für mich, es gibt keinen einig wahren Weg,
es gibt sehr viele Wege und jeder Mensch muss seinen finden mit dem er glücklich ist.

Und...
ich denke jeder Mensch hat das persönliche Recht
sich in seiner Art zu entfalten.
ich empfinde es als sehr anmassend, jemandem dieses Recht abzusprechen.

Natürlich das Ganze im Rahmen dessen, dass alles mit rechten Dingen zugeht.
Kriminalität, Gewalt an anderen, andern Schaden zufügen, das sollte alles nicht sein.
Ich meine diese Grenze sollte sein.
Finde ich zumindest.

MfG, die Frau Neugier
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Re: Religion und Wissenschaft - wer hat Recht?

Postby Chris80 on 04 May 2010, 02:51

Neugier wrote:Ich hab mit verschiedenen Leuten in Glaubensbüchern gelesen (Christen, Zeugen Jehovas, Gideons, Mormonen)


Das ist jetzt interessant für mich:
Bei Christen weiß ich soweit ganz gut Bescheid.
Wie die Zeugen vorgehen kenne ich jetzt auch von einer Freundin.
Was machen denn die beiden anderen Gruppen?

Wie wurdest du akquiriert?
Wie oft solltest du zu den Treffen kommen?
Worüber habt ihr gesprochen?
Hast du Sachen hinterfragt und wie waren die Antworten / Reaktionen?

Neugier wrote:Kann man überhaupt von irgendetwas sagen, NUR DAS ALLEINE hat Recht und alles andere ist quasi alles Quatsch?

Naja .. so lange man es für sich behält, ist das wohl (jedenfalls was ich so in Indonesien erfahren habe) die Norm. Einzig der Koran hat Recht. Einer der ersten Sätze im Koran lautet auch schon so in der Art (sinngemäß: Dies ist ein perfektes Buch und kann nicht hinterfragt werden).
Das Ganze ist ja nicht schlimm, wenn man für sich oder auch in seiner Gruppe weiß, dass alle anderen Theorien und Religionen eben falsch liegen. Das hält ja die Gruppe zusammen.
Gefährlich wird es dann eben nur wenn das jemand etwas anders auslegt und plötzlich muss man sich verteidigen und kann jetzt ein anderes Volk umbringen im Namen eines Gottes.

Für mich gibt es da eben ganz kokrete Widersprüche wie das ganze mit dem Alter von Knochen, Steine o. Ä. was einfach nicht zur kreationistischen Auslegung passt.
Ich stelle mir das halt nur schwer vor: Ich weiß, dass die Welt vor etwa 6000 Jahren von Gott geschaffen wurde und stehe dann in einem Museum und habe dort ein prähistorisches Tier vor mir und da will mir das dämliche Museum erklären, dass das älter als 6000 Jahre ist.
Für mich würde das Museum dann zu sowas wie einem Actionfilm: Gute Effekte aber einfach unglaubwürdig.
Das ist es, womit ich nicht zurecht komme.
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