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Metal - Eine facettenreiche Subkultur

In den 1980er Jahren waren sie allgegenwärtig. Geschmückt mit Band T Shirts, „Lederkluften“ und einer oft bis an die Taille reichende Haarpracht waren die „Metalheads“ der Schrecken aller Eltern.
Sie hörten laute, unmelodische Musik und tanzten zu diesem Krach in einer Art und Weise, welche selbst darin ungeübte Hochleistungssportler an den Rand ihrer Belastbarkeit bringen konnte.
Auch heute noch ist die Metal Subkultur bei vielen Jugendlichen sehr beliebt, obgleich der typische Metalhead aufgrund der vielen abgegrenzten Spielarten [1] nicht mehr existent ist.
Nichtsdestotrotz ist Metal eine Jugendbewegung, welche mit sehr vielen Vorurteilen und Klischees behaftet ist und bei vielen Eltern nach wie vor Besorgnis und Angst um das eigene Kind hervorruft.

Um diese Angst zu nehmen ist es erforderlich ein wenig weiter zurückzugreifen und die Jugendzeit vieler heutigen Eltern aus soziologischer Sicht zu analysieren.
Schon seit jeher waren viele Jugendliche stets bemüht sich von bestehenden Dogmen und Traditionen der Eltern abzugrenzen und somit dem oft zitierten Spießertum entgegenzuwirken. Oft zeigen sie den Hang zu Revolutionen in Form von Kunst, Kleidung und Verhalten, drücken ihn jedoch seit den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts vermehrt auch durch
neue und harte Formen von Musik aus.
Schon die legendäre Band The Beatles [2] und der Sänger Elvis Presley [3] waren zu jener Zeit nicht zuletzt aufgrund ihres (für damalige Verhältnisse) extremen Musikstils bei jungen Menschen in der Pubertät sehr beliebt.
Seit dieser Zeit hat sich die subjektiv zu bestimmende Härte der Musik stetig gesteigert und fand ihren bisherigen Höhepunkt in den Stilrichtungen Death Metal, Dark Metal und Black Metal, welche hier näher beleuchtet werden sollen obwohl sie nur einen kleinen Teil der verschiedene Stilarten abdecken.

Diese Musikstile werden von Außenstehenden oft lediglich mit den Attributen „Geschrei, Gegröhle“ und „Krach“ beschrieben und lassen somit auf eine unmelodische, primitive Form der Musik schließen.
Bei näherer Betrachtung fallen zudem noch die aggressiven, brutalen, satanistischen und häufig dem Splatter Genre entnommenen Liedtexte ins Gewicht und verleiten somit zu einem vorschnellen Urteil über die gesamte „Metal Community“.
In der Tat behandeln diese Spielarten textlich vornehmlich die Themen Gewalt, Kannibalismus, Mord, Satanismus und (zum Leidwesen der meisten traditionellen „Metalheads) teilweise auch angewandter Nationalsozialismus, was durch die Musik glaubwürdig untermauert wird.
Abgesehen von der Black Metal Szene, bei welcher Authenzität und Konsequenz hoch angesehen sind, sind Anhänger dieser Stilrichtungen meist jedoch friedliche Zeitgenossen, die einer geregelten Arbeit als Beamter, Lehrer oder Schüler nachgehen und nicht selten Abneigungen gegen Autorität, Gewalt und Macht hegen. Dies steht offensichtlich im krassen Gegensatz zu dem bevorzugtem Musikgeschmack, welcher gerade Rache, Hass, Kannibalismus und Mord propagiert.
Da es bei den drei oben genanten Stilarten schon fast zum guten Ton gehört indiziert zu werden finden diese natürlich großen Anklang bei Jugendlichen, welche ihre Grenzen ausloten, Werte neu definieren und Wille zur Rebellion zeigen möchten. Die Verbote der Texte, Illustrationen und Ideologien wirken auf viele Jugendliche geradezu magisch und können für ein nachhaltiges Wachstum der Szene verantwortlich zeichnen.

Eltern, Lehrer und Pädagogen haben in der Vergangenheit häufig den Fehler begangen die vielen Spielarten des Metal tatsächlich nach der dargebotenen Kunst zu bewerten und dabei außer Acht gelassen, dass es sich hierbei häufig lediglich um eine gewalttätige Fassade handelt, die viel Spielraum zur Provokation bietet.
Hierbei sollten natürlich auch nicht seltene Einzelfälle verschwiegen werden, bei denen die Musik tatsächlich zur Lebenseinstellung wurde. Einige fanden besondere Beachtung in den Medien und haben das Image der Szene nachträglich beeinflusst.
Der unter dem Pseudonym „Dead“ auftretenden Sänger einer berüchtigten skandinavischen Black Metal Band beendete sein Leben zum Beispiel durch Suizid um seinen Bandmitgliedern authentische Fotografien seiner entstellten Leiche für das nächste Album zur Verfügung zu stellen und hinterließ dabei lediglich die Botschaft „Entschuldigt bitte all´ das Blut“.

[1]http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Metalstilen
[2] http://de.wikipedia.org/wiki/Beatles
[3] http://de.wikipedia.org/wiki/Elvis_Presley

Autor: Lukas Brausch*

Artikel eingestellt: 2006-03-15

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