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Zensur im Internet

Das Medium Internet hat in den letzten Jahren sehr stark an Bedeutung gewonnen und kann inzwischen nie vorher dagewesene Datenmengen verzeichnen, die sich natürlich nur schwerlich kontrollieren und verwalten lassen.
Angesichts der enormen Datenbestände ist es nicht verwunderlich, dass bei einigen staatlichen und nichtstaatlichen Organisationen der Wunsch nach Kontrolle und Zensur dieses anarchistisch anmutendem globalem Netzwerk wächst.
In der Praxis ist Internetzensur bereits sehr oft zu finden, was zum Beispiel das kommunistisch regierte China anhand spektakulärer Meldungen sehr deutlich zeigt. [3,4,5]
Dort ist der Zugriff auf Seiten mit pornographischem Inhalt, Webseiten vieler religiöser und politischer Gruppierungen, sowie einige renommierte Nachrichtendienste (BBC) gesperrt.
Zensur und Einschränkungen der Informationsbeschaffung sind jedoch nicht nur in China, sondern auch in der sogenannten "freien westlichen Welt" zu finden, was zum Beispiel der Internetprovider "Freenet" mit der Sperrung einiger kritischer Seiten oder die US amerikanische Regierung mit dem Projekt "Project for the New American Century" zeigen.

Funktionsweise und Arten der Internetzensur
Das "Domain Name System" (DNS), welches für die Umwandlung von URLs (www.wissen-news.de) in IP Adressen (80.237.131.127) zuständig ist, kann von zentralen Stellen aus verwaltet und somit auch kontrolliert werden.
Es gibt 13 offizielle DNS Server, die über die ganze Welt verteilt sind und ohne die das Internet, wie wir es heute kennne, nicht möglich wäre. Im Falle einer Zensur kann ein Provider der einen eigenen DNS Server betreibt den Aufruf bestimmter Webseiten unterbinden.
Es ist auch möglich den Zugriff zu bestimmten Webseiten durch Client - oder Serversoftware bzw. den Einsatz von sogenannten Wortfiltern zu regeln, wobei diese besonders häufig bei besorgten Eltern oder größeren Bildungsanstalten anzutreffen sind und unterschiedlich schwer zu umgehen sind.
Da viele Inhalte im Internet durch Suchmaschinen gefunden werden, obliegt diesen eine große Macht, die sich oft von der jeweiligen Top Level Domain (TLD)unterscheidet. So ist zum Beispiel in Deutschland die Leugnung des Holocausts und Verherrlichung der NS-Kriegsverbrechen verboten, was viele Menschen jedoch nicht davon abhält solche Inhalte auf ausländischen Servern anzubieten, die von deutschen Suchmaschinen jedoch nicht gefunden werden dürfen.

Möglichkeiten der Umgehung von Internetzensur
Da DNS Server auch von Privatpersonen oder kleinen Organisationen betrieben werden können stellt der Wechsel dieses Servers einen recht simpel einzurichtenden Zensurschutz dar. Besonders die Server der US amerikanischen Organisation "Icann" sind politisch abhängig und haben die Macht bestimmte TLDs zu sperren. Die genaue Vorgehensweise eines DNS Serverwechsels unterscheidet sich jedoch von der jeweils eingesetzen Software und installiertem Betriebssysteme. [1]
Auch der Einsatz einer unabhängigen Suchmaschine wie zum Beispiel "Yacy" [2], welche auf dem "P2P Prinzip" basiert und somit keine Möglichkeit der Zensur offenlässt, kann größere Unabhängigkeit in der Informationsbeschaffung bieten.

[1]http://www.zensur.freerk.com/index-de.htm#4.2
[2]http://www.yacy.net/yacy/
[3]http://www.heise.de/newsticker/meldung/68792
[4]http://www.heise.de/newsticker/meldung/69143
[5]http://www.reporter-ohne-grenzen.de/archiv2000/news/presse990531a.html

Autor: Lukas Brausch*

Artikel eingestellt: 2006-03-15

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